Sechs Jahre in Surinam by A. Kappler

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Kappler, A. (August), 1815-1887 Kappler, A. (August), 1815-1887
German
Imagine leaving everything behind to explore a place most Europeans only knew from rumors. That's exactly what August Kappler did in 1836, sailing to the Dutch colony of Suriname in South America. His book, 'Sechs Jahre in Surinam,' isn't just a travel diary; it's a raw, firsthand account of six years trying to build a life in a challenging, unfamiliar world. He writes about the dense rainforest, the colonial society, and his own struggles to adapt. The real story is in the tension between his European expectations and the complex reality he finds. It's a fascinating look at a lost time, told by someone who was right in the middle of it.
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und lokalen Beziehungen, welche dieselben geblieben sind, gestatten. Es gibt manche Reisebeschreibungen über Surinam, aber keiner der Schriftsteller, _Stedman_ etwa ausgenommen, hat sich in Lagen befunden, wie ich, hat die Hitze der Tropen und ihre Regengüsse wie ich gefühlt, von Mosquittos geplagt, lange Nächte durchgewacht oder am bescheidenen Soldatentische mitgegessen, daher bei dem reizenden Bilde, das die Natur zwischen den Wendekreisen liefert, die Schattenseite übersehen, oder wenigstens nicht aus Erfahrung beschrieben. Trotz den Berichten der Reisenden, die der Wahrheit gemäss sich über diese Colonien günstig äusserten, blieben Surinam und Cayenne verrufene Länder. Man glaubte, dass die heisse Luft in den Sümpfen Guyana's nur Mosquittos und Reptilien ausbrüte, und Epidemien und Fieber ununterbrochen aufeinander folgen, und der Ruf der Sklaverei, unter der die armen Schwarzen seufzten, wirkte noch unheimlicher auf die Phantasie, die so häufig das Wahre und Wahrscheinliche verwirft, um sich am Mährchenhaften und Unglaublichen anzuklammern. Dazu kamen noch manchmal die übertriebenen Berichte von katholischen und protestantischen Missionären, die im Interesse ihrer Congregationen die Zustände schilderten, oder ihre Leistungen ausschmückten, um fromme Seelen zum Abscheu und zu Beiträgen zu bewegen; kurz man schauderte vor beiden Colonien, nur Erbschafts-Candidaten schlossen sie in ihr Gebet ein. Ich habe beim Niederschreiben dieser Blätter mich blos meiner und nicht anderer Erfahrungen bedient, sie sind aber genau und wahr und ich glaube den Zweck, durch diese Skizzen zur Kenntniss der socialen und naturwissenschaftlichen Verhältnisse Surinam's beizutragen, damit zu erreichen. _Stuttgart_, im Juni 1853. A. Kappler. Erster Abschnitt. Ursachen der Abreise. Anwerbung in Amsterdam. Ankunft und Aufenthalt in Harderwyk. Einschiffung in Hellevoetsluis. Lebensweise an Bord. Strafexecution. Abreise. Beschäftigungen während der Ueberfahrt. Seepolypen. Anblick des Landes. Einfahrt in den Surinam. Ausschiffung und Aufenthalt auf Forteress Amsterdam. Der Mangobaum. Ohne eine vorherrschende Neigung für das eine oder andere Fach, das meine bewegliche Individualität besonders angezogen hätte, wählte ich in meinem vierzehnten Jahre das des Handelstandes, wiewohl ich ohne alles Vermögen blos die Aussicht hatte, in ewig subalterner Rolle mein Leben lang hinterm Ladentische fungiren zu müssen, wenn nicht das zweifelhafte Glück mir zur Selbstständigkeit verhülfe. Durch den Tod meines Lehrherrn musste ich St. verlassen, und, da meine Lehrzeit noch nicht beendigt war, im Laden eines Specereihändlers in einem kleinen Landstädtchen vollends ausstudiren. Es war auch in der That ein Studium, mir die neuen Verhältnisse eigen zu machen: kaum graute der Morgen, als man zum Verkaufe von Tabak, Zucker und Kaffee das Bett verlassen musste, und regelmässig beschien die aufgehende Sonne Haufen frisch gepappter Tüten verschiedenen Kalibers. Zimmt stossen und Pfeffer mahlen waren kleine Intermezzo's im Ciklus der täglichen Geschäfte, und mit dem Behängen der Fenster mit baumwollenen Tüchern, prächtigen Pfeifen und Rauchtabak-Etiquetten für den kommenden Sonntag schloss die Woche. Die wenigen Stunden, welche ich des Sonntags für mich verwenden durfte, verlief ich einsam in den nahen Wäldern, oder erkletterte die uralten Thürme der Stadtmauer, um die häuslichen Einrichtungen der dort privatisirenden Eulen zu inspiciren. Mein Principal, der die Lungenschwindsucht hatte, und desshalb nicht immer bei rosenfarbener Laune war, wünschte mich, wenn ich nicht immer den Ehrgeiz, den ein mittelloser Lehrjunge vor seinem Lehrherrn zeigen muss, zur Schau trug, oder den Tabak mit einer gewissen Nonchalance abwog, in's Pfefferland, welch' frommem Wunsche ich denn endlich auch noch nachkam. Als meine Lehrzeit vorüber war, bekam ich als Commis eine Stelle in der bedeutenden Handelsstadt H. Hier erst zeigte sich mir der Handel von seiner ehrwürdigen und grossartigen Seite. Bedeutende Kaufleute hatten hier selbst mehrere Commis, und für Lehrjungen war H. die wahre Akademie des Handels. Aber der Widerwillen an meinem Berufe hatte schon zu tief bei mir Wurzel gefasst, als dass ich in dem erweiterten Handelskreise an merkantilischen Kenntnissen noch...

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The Story

This book is August Kappler's personal record of his six-year adventure, from 1836 to 1842. He arrived as a young soldier for the Dutch Colonial Army and decided to stay, trying his hand at collecting natural specimens and simply surviving. The plot is the story of his daily life. He describes the overwhelming heat, the incredible wildlife, and the intricate social layers of Paramaribo, from Dutch officials to enslaved Africans and Indigenous communities.

Kappler doesn't just observe from a distance. He gets his hands dirty, detailing his attempts to establish a business and his constant negotiations with a environment that is both beautiful and brutally indifferent.

Why You Should Read It

What makes this book special is its directness. Kappler isn't a polished writer, and that's a good thing. You feel like you're reading his private journal. His observations are sometimes surprising, often blunt, and completely of their time. You get a clear sense of his curiosity and his frustrations.

It’s not a history book telling you what happened; it’s a primary source showing you how it felt to be there. You see the colonial world through the eyes of a participant who is neither a powerful governor nor a victim, but someone in a unique middle ground.

Final Verdict

Perfect for readers who love real adventure stories and raw historical documents. If you enjoy first-person accounts like the journals of Lewis and Clark or early explorers, you'll be hooked. It’s also a great pick for anyone interested in the human side of colonial history, beyond the dates and treaties. Just be prepared—this is an unfiltered window into the 19th century, with all the perspectives that implies.



✅ Open Access

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Joseph Davis
2 weeks ago

Without a doubt, it creates a vivid world that you simply do not want to leave. An impressive piece of work.

Amanda Sanchez
3 months ago

Initially overlooked, this book the depth of research presented here is truly commendable. I finished this feeling genuinely satisfied.

Kimberly Flores
5 months ago

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Charles Clark
4 weeks ago

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4
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